
Der klassische Projektingenieur ist eher Generalist als Fachspezialist, Quer-
einsteiger sind keine Seltenheit. Die Aufgabe der Projektingenieure besteht darin, Technik, Kosten und Termine eines Projektes unter einen Hut zu bringen.
Der Projektingenieur im Projekt
"Wenn du denkst, das Projekt läuft reibungslos – dann hast du garantiert etwas übersehen." So könnte man das Credo eines Projektingenieurs zusammenfassen. An irgendeiner Ecke brennt es fast immer – seien es neue technische Anforderungen des Kunden an das Produkt, nicht vorhersehbare Kursschwankungen oder die vorverlegte Markteinführung. Außerdem müssen Prozesse vorangetrieben, Informationen aufbereitet und kommuniziert sowie Entscheidungen getroffen werden. Auch wenn der Arbeitsplatz meistens direkt beim Kunden vor Ort ist, lässt sich die Arbeit nicht allein vom Schreibtisch aus erledigen.
Nicht selten jagt ein Meeting das andere. Die Aufgaben im Projekt schwanken zwischen Teilnehmern und Entscheidungsträgern. Und hat man sich schließlich an alles gewöhnt, ist das Projekt oft kurz vor der Fertigstellung. Für Abwechslung ist also gesorgt, nur selten gleicht ein Projekt dem anderen. Viel zu unterschiedlich sind sowohl die Zusammensetzung als auch die Größe der Projektteams, ebenso wie die Projektinhalte. Technische Innovationen sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird.
Karrierechance als Projektingenieur
Die einen finden das abschreckend, die anderen sehen darin ihre Chance? Und das zu Recht. Ein Projekt erfolgreich zu begleiten oder in führender Funktion zumindest teilweise zu verantworten bedeutet zunächst, sich mit dem Sachgebiet fachlich auszukennen. Im Automotive-Bereich ist eine hohe Technikaffinität daher unerlässlich. Die Abstimmung und Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Entwicklung verlangt nach einem hohen Grundverständnis für technische Zusammenhänge. Wie das Zahnrad konstruiert wird, muss man nicht unbedingt wissen, wohl aber, welche Funktion es erfüllt. Genauso gehört der sichere Umgang mit klassischen Projektmanagement-Methoden und -Werkzeugen dazu. Es mag sich banal anhören, aber das Beherrschen der "Basics" wie das Office-Paket erleichtert den Arbeitsalltag ungemein.
Weil Projekte aber immer noch von Menschen gemacht werden, spielt gerade in diesem Bereich die soziale Kompetenz eine entscheidende Rolle. Wer ein Projekt leitet, führt letztlich Menschen. Ein Großteil des Projektalltags ist geprägt von Kommunikation in alle Richtungen und auf allen Ebenen. Vielleicht liegt diese Offenheit daran, dass viele Führungskräfte als Projektunterstützer begonnen haben, um nach und nach in ihre zukünftige Rolle zu wachsen.
Unterschiedlichste Anforderungen an den Projektingenieur
Um die Schnittstellenfunktion in einem Projekt auszufüllen, muss man sich auf unterschiedlichste Anforderungen der beteiligten Fachbereiche einstellen können. Es kommt eher selten vor, dass Einkauf, Marketing und Entwicklung die gleichen Ziele verfolgen. Wohl aber wollen alle mit ihren speziellen Wünschen und Problemen verstanden werden. Auch in den Projekten hat die allgegenwärtige Globalisierung Einzug gehalten. Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz sind nötig, um in Telefon- und Videokonferenzen das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Der klassische Projektingenieur ist eher Generalist als Fachspezialist, Quereinsteiger sind keine Seltenheit. So verschieden wie die Inhalte, so unterschiedlich sind auch die gesuchten Fachrichtungen. Viel wichtiger ist der berühmte "Blick über den Tellerrand", um eine breite und ausbaufähige Basis zu schaffen. Konfliktpotenziale gibt es stets genügend. Wer die Herausforderung darin sieht, diese Konflikte zu entschärfen und zu lösen, wird sich auch im Projektalltag wohl fühlen.